Wenn jemand eine Reise tut, dann hat er viel zu erzählen. In unserem Fall kann man ja das Meiste hier nachlesen. Wenn jemand Anregungen sucht, konkret eine Reise plant oder einfach nur dem Büroalltag entfliehen will - hier nochmal ein Überblick! Für Fragen und Tipps stehen wir euch natürlich auch gerne jederzeit zur Verfügung!
Fernweh gefällig?
…was ihr schon immer wissen wolltet - FAQ’s
Nicht das wir nicht jeden von euch gerne Reisegeschichten bei einem Bier oder einem Glaserl Wein erzaehlen. Da das aber vielleicht bei einem oder anderen noch ein bisserl laenger dauert und die Fragen ja oft doch aehnlich sind, haben wir hier einmal die meistgestellten Fragen zusammengefasst, damit dann auch Zeit fuer die richtig guten Geschichten bleibt. Also - we proudly present THE FREQUENTLY ASKED QUESTIONS:
wo hats euch denn am besten gefallen?
nicht leicht, weil es immer orte waren, die uns besonders gefallen haben, und das ganze oft schwer auf ein land runterzubrechen ist … dennoch eine wertung: platz 1 teilen sich chile und australien dicht gefolgt von thailand auf platz 2 und laos auf platz 3.
was hat der ganze spass gekostet?
ein gutes jahr unseres lebens, ein halbes jahr vorfreude und ein halbes jahr traveln … eine sehr nachhaltige investition mit hoher rendite!
und im ernst - rein finanziell?
ueber geld spricht man nicht, das hat man - oder in unserem fall nicht mehr:). spenden werden gerne entgegengenommen, einfach nach der bankverbindung fragen. und fuer alle materialisten, die es genau wissen wollen: ein mittelklasseneuwagen wuerd sich schon ausgehen…
und sonst ist alles gut gegangen, keine verzoegerungen, nie krank gewesen?
alles wie geschmiert gelaufen, kaum krank gewesen (ausser bissl fieber und duennpfiff), alle fluege sind rechtzeitig abgehoben, das internet war vielleicht manchmal bissl lahm.
und wie ist es jetzt wieder daheim zu sein?
schoen und kalt.
und was hat euch am meisten gefehlt?
ganz klar, die arbeit (:) schoene gruesse von pinocchio)
wann koennen wir endlich fotos anschauen?
wenn wir die tausenden fotos auf ein ertraegliches mass aussortiert haben - das kann noch ein bisserl dauern…
wann fahrts wieder auf weltreise?
2013.
freut ihr euch schon wieder auf die arbeit?
ja - und wie.
und jetzt wird geheiratet und kinder gekriegt?
was sonst…
jetzt aber die gegenfrage - welche geschichten haben euch am meisten gefallen? welche fragen brennen euch noch auf der zunge? unten ist platz fuer eure kommentare…
soweit so gut,
ganz liebe gruesse
julia und reini
graz/oesterreich
Hurra, es schneit…
…noch immer in Oesterreich und wir sind wieder zurueck und die Landschaft leuchtet noch immer weiß. Dabei war das einzig wirklich weisse, was wir in den letzten Tagen gesehen haben, der Strand vor unserer Huette in Koh Raya.
Koh Raya war der Abschluss - praktisch noch 4 Erholungstage bevor es zurueck in die Realitaet geht. Die kleine Insel, die man mittels 1stuendiger Bootsfahrt von Phuket aus erreicht, war genau so schoen wie sie uns von anderen Reisenden beschrieben wurde. Weisser Sandstrand, glasklares Wasser, viele bunte Fische und kaum Touristen. Viele Tagesausfluegler kommen an den Hauptstrand, der mit seinen Liegen und seinem schicken Resort eh nichts fuer Rucksacktouristen ist und nur die wenigsten verirren sich auf unseren Strand der Siam Bay.
Auf dem Programm stand sonnen, schnorcheln, lesen und die wenigen Lokale am Strand abklappern. Auch Julias 30. Geburtstag haben wir hier gemuetlich bei einem herrlichen Abendessen am Strand inklusive Geburtstags-Pancake und Staendchen von der Thaifamilie gefeiert.
Die letzten 2 Tage in Bangkok haben wir noch hohen Besuch aus Wien von unserem Freund Klaus bekommen. Auch Maurizio, den wir in der Halong Bay kennengelernt haben, hat sich fuer einen Abend noch zu uns gesellt. Da haben wir geschaut, ob wir noch ein paar Bier vertragen und die Speisekarte unseres neuen Lieblingslokals May Kaidee rauf und runtergekostet.
…und jetzt sind wir wieder daheim - und es ist kalt - und wir freuen uns darauf euch alle wieder zu sehen…
Liebe Gruesse,
Reini + Julia
Eisenhuettl/Burgenland/Oesterreich
PS: Jeder ist herzlichst eingeladen auch noch die naechsten Tage unseren Blog zu besuchen. Den einen oder anderen Artikel haben wir noch fuer euch…. Bis bald!
Die Moeglichkeit einer Insel
Man stelle sich einen Ort vor, wo es keine Autos und Motorraeder gibt. Einen Ort, wo niemals ein Handy klingelt und es kein Internet gibt. Einen Ort, wo es nur zu bestimmten Zeiten Strom vom Generator gibt. Einen Ort, in dem man nicht vom Verkehrslaerm, sondern von kraehenden Haehnen aufgeweckt wird. Einen Ort, der nur ueber eine 1 1/2 stuendige Bootsfahrt erreichbar ist - der aber trotzdem fuer Touristen erschlossen ist.
Diesen Ort haben wir mit Muang Ngoi - am Nam Ou gelegen - gefunden. Wir hatten noch ein paar Tage in Laos uebrig und wussten nicht so recht, was wir damit anfangen sollen. Ganz in den Sueden ist zu weit - und ganz in den Norden auch zu schwierig. Die Alternative ueber den Mekong an unseren Ausgangspunkt Vientiane zurueckzufahren, hat sich nach Internetrecherchen auch als nicht lohnend herausgestellt. So haben wir Muang Ngoi gefunden - im Lonely Planet mal kaum eine Seite wert, haben wir dort 4 Naechte verbracht und haetten wahrscheinlich noch mehr dort verbracht, wenn wir nicht schoen langsam im Schlusssprint waeren.
Muang Ngoi kann man von Luang Prabang in einer 8stuendigen Bootsfahrt erreichen oder - so wie wir es gemacht haben - ueber eine 4stuendige Busfahrt nach Nongkhiew und dann noch 1 1/2 Stunden mit dem Boot. Muang Ngoi liegt am wunderschoenen Nam Ou-River umgeben von dschungelbewachsenen Bergen. Das Paradies gleicht einer Insel und wurde vor ca. 10 Jahren von Touristen entdeckt. Heute findet man ca. 30-50 Touris gleichzeitig pro Tag in Muang Ngoi - gerade genug um eine recht angenehme touristische Inrastruktur zu haben, trotzdem nicht zu viele - so bleibt eine sehr intime Stimmung und man nimmt praktisch am Dorfleben teil.
In Muang Ngoi gruessen sich die wenigen Westler noch und man wechselt auch das eine oder andere Wort mit den Locals - oder kommt auch mal in den Genuss bei einer Dorffeier hautnah dabei zu sein. Wir haben uns irgendwo im nirgendwo zu einer Gruppe mit zwei Australiern, einer Kroatin, einem (fuer japanische Verhaeltnisse sehr lockeren ) Japaner und einem weiteren Oesterreicher zusammengeschlossen und am ersten Tag noch die Bergdoerfer und einen Wasserfall mit einem Guide besucht. Am zweiten Tag haben wir das schon auf eigene Faust unternommen und am dritten sind wir mit Kajaks den Fluss runtergepaddelt. Auch wenn die Tage zu schnell vergangen sind, blieb noch genuegend Zeit um das eine oder andere BeerLao (das Nationalgetraenk schlechthin) zu nehmen und die unterschiedlichen Restaurants mit immer der gleichen Speisekarte (Sorry, no duck, no fish, just chicken) auszuprobieren.
Am Anfang haben wir ja nur geplant 2 Naechte zu bleiben - im Endeffekt sind es 4 Naechte geworden. Jetzt haben wir uns sputen muessen und sind gestern nach Luang Prabang und heute in einer 9stuendigen Busfahrt nach Vientiane gefahren und dann gleich weiter ueber die Grenze nach Thailand. Da waren es nur noch 9 Tage….
Liebe Gruesse aus Nongkhai/Thailand
Reini + Julia
Die Laotische Leichtigkeit des Seins
Sieben Tage sind wir nun schon in Laos und es gefaellt uns wirklich gut hier. Die Laoten sind ein sehr liebenswuerdiges Voelkchen, die anscheinend durch nichts aus der Ruhe zu bringen sind. So kann es schon mal vorkommen, dass auf die Getraenke, die man bestellt hat, vergessen wird, obwohl man der einzige Gast ist.
Nach zwei Tagen in der Hauptstadt Vientiane war unser naechstes Ziel Vang Vieng. Populaer ist Vang Vieng vor allem durch das sogenannte “Tubing”. Das funktioniert so, dass man sich in einen Reifen setzt und sich dann den Nam Song River ueber eine Strecke von ca. 4 km treiben laesst. Die Bars am Ufer keilen um die sehr durstigen Tuber. So sieht man dann Abends oft Schwerstbetrunkene halbnackt durch den Ort rennen, die offensichtlich vergessen haben, dass sie in der Stadt und nicht am Strand sind…entspricht halt nicht ganz so dem laotischen Kulturempfinden.
Wir habens auch gemacht, es hat uns aber nicht sonderlich beeindruckt, weil wir erstens viel zu frueh auf der Strecke waren (da haben die Rauschkugeln noch geschlafen) und zweitens die Stroemung auf der Mur glaub ich spannender ist als am Nam Song. Wenns wahr ist, sollen die Einnahmen des Tubings ehrlich unter der Bevoelkerung aufgeteilt werden, das war ja dann ein positiver Sideeffekt.
Viel besser hat uns da schon unser Klettertag gefallen. Vang Vieng ist umgeben von Kalkfelsen und landschaflich sehr nach unserem Geschmack. So haben wir mit lokalen Kletterguides einen Tag am Fels verbracht und unsere mueden Klettermuskel wieder bisschen in Aufruhr versetzt. Die Kletterei war fabelhaft und die Touren sehr lohnend. Die Jungs waren ziemlich gut drauf und konnten ein paar schwierigere Touren fuer uns vorsteigen.
Die naehere Umgebung haben wir an einem Tag mit dem Rad erkundet. Neben einer kleiner Wanderung haben wir uns in der Blue Lagoon, einem schoen gelegenen Badebassin abgekuehlt und sind durch einige kleine Ortschaften geradelt.
Gestern sind wir weiter ins noerdlicher gelegene Luang Prabang gefahren, 204 km in flotten 7 Stunden. Wie es weitergeht werden wir noch sehen - aber in einer Woche muessen wir ohnehin in Thailand sein.
Alles Liebe und bis sehr bald,
Julia und Reini
23 Stunden im “Bus from hell”
Unsere letzten Tage in Vietnam waren wirklich sehr angenehm. Wir haben 3 Tage in Sapa, einem Bergdorf an der Grenze zu China, verbracht und Trekkingtouren zu Bergvoelkern unternommen, lecker Essen genossen, in einem wunderschoenen Hotel residiert und einen Homestay gemacht. Aber hier lassen wir mal eher die Bilder am Ende der Geschichte sprechen.
Denn nach Sapa und einer 8stuendigen Nachtzugfahrt zurueck nach Hanoi ging das Abenteuer erst richtig los. Dass der Grenzuebertritt nach Laos nicht der leichteste wird, haben wir ja schon gewusst. Im Norden gibt es einige Grenzuebergaenge, die - selbst organisiert - viel Zeit und Verhandlungsgeschick benoetigen. Der Flug von Hanoi nach Vientiane war eindeutig zu teuer. Der Bus von Hanoi nach Vientiane - der uns im Hotel angeboten wurde - klang zwar auch nicht gerade verlockend, aber immerhin verliert man nicht viel Zeit und guenstig wars mit 16 us$ pro Person auch noch.
Wenn man aber ein bisserl im Internet recherchiert, stosst man auf den grossen Travellermythos diesen Bus betreffend. Allerdings ist keine der vielen Kommentare zu dieser Busfahrt auch nur annaehernd positiv - einfach mal selbst ausprobieren und “Bus Hanoi Vientiane” googeln. Diese Busfahrt wurde uns als 16-18stuendige Fahrt im angenehmen Touristenbus verkauft - im Internet hoert man aber von voellig verstopften Bussen, Unfaellen, wahnsinnigen Busfahrern, Betrug an der Grenze, harten Plastikstuehlen, Null-Beinfreiheit, Stopps im Nirgendwo - bei dem alle “Farangs” im Bus noch mal schnell 25 US$ extra zahlen muessen - und Fahrten zwischen 20 - 28 Stunden. Im Lonely-Planet-Forum wird diese Busfahrt gar als “Bus from Hell” bezeichnet.
Kurz nach 17 Uhr gings dann auch bei uns los. Wir wurden von einem Taxi vollgestopft mit 4 weiteren Touris und Unmengen an Gepaeck abgeholt und zum Busbahnhof - weit ausserhalb Hanois - gebracht. Unsere Ankunft beim Busbahnhof war schon ueberraschend. Der Bus war nur wenig gefuellt und die Beinfreiheit war eigentlich ganz o.k. auch wenn unter allen Sitzen und in der oberen Gepaecksablage schon irgendwelches Zeug rumlag - zwar kein Touribus, wie es in Vietnam sehr angenehme gibt, aber echt o.k. 2 Englaender haben aber schon an dieser Stelle abgebrochen, da ihnen von ihrem Hotel ein Bus mit Schlafsitzen verkauft wurde - und das war unser Bus ganz und gar nicht. Da warens nur noch 4 Touris - wir zwei, ein Tscheche und eine Koreanerin.
Um 18:30 Uhr gings dann wirklich los. Die Busfahrer waren zwar nicht auesserst freundlich, einen von ihnen hab ich passenderweise auch als “Bus-Hitler” bezeichnet, da er immer im strengen Ton auf Vietnamesisch irgendwelche Befehle austeilte. Die naechsten Stunden hattens dann aber schon in sich. Es wurde mehrmals gestoppt und mehr Leute und mehr Gepaeck in den Bus gestopft. Als der Bus dann schoen langsam “normal” voll war, wurde es aber erst richtig lustig. Bei einem der unzaehligen Stopps wurde mal einiges an Gepaeck auf dem Busdach verstaut, beim naechsten Stopp wurde dann der Gang mit Reissaecken (oder was auch immer drinnen war) gefuellt. Schoen langsam wurde es fuer mich schwierig meine Fuesse angenehm zu platzieren. Etwas erstaunt war ich dann als trotz keines einzigen freien Sitzplatzes weitere 10 Personen in den Bus stiegen und sich igendwie in den Gang verrenkten. Da war es gerade mal 21 Uhr - also noch mindestens 14 Stunden Busfahrt vor uns.
Vorbei wars mit der Beinfreiheit - die Vietnamesen haben mit genuegend Reisschnapps “angeheitert” sich mal ueber die “Farangs” lustig gemacht und dann schnell im Gang geschlafen. Nicht aber ohne staendig meine kaum vorhanden Beinfreiheit noch weiter einzuschraenken. Jene Vietnamesen, die nicht in unmoeglichen Sitzpositionen schlafen konnten, haben im Stundenakt ihr Speibsackerl gefuellt.
Um ca. 4 Uhr sind wir dann an der Grenze angekommen - sehr sinnvoll, denn die Grenze oeffnet ja schon um 7 Uhr. Also weiterwarten - denn von Schlaf war bei uns keine Spur. Zwischendurch hab ich mir mit ein paar gekonnten Tritten etwas Beinfreiheit verschafft, aber diese Momente des Gluecks waren meist nur von kurzer Dauer. Der Grenzuebertritt war dann relativ problemlos - auf jeder Seite zusaetzlich zu den Visagebuehren schnell noch 1 US$ Stempelgebuehr bezahlt - sprich Trinkgeld fuer die Grenzbeamten - aber ansonsten o.k.
Auf der laotischen Seite wars dann auch schon 9 Uhr - hell und die Landschaft ziemlich imposant. Der Gestank im Bus wurde nicht weniger, aber die Hoffnung irgendwann mal anzukommen groesser. Es wurde noch ein Essenstopp eingelegt, aber um 16:30 Uhr hatten wirs dann auch geschafft. Der nie-lachende-Bushitler hat sogar noch so etwas wie ein Laecheln gezeigt, als er die Einheimischen im Bus abkassierte, aber von uns wollte niemand mehr zusaetzliches Geld.
Alles in allem hat dieses Abenteuer fuer uns 23 Stunden gedauert und war zwar nervenaufreibend und fuer “lange” Menschen wie mich schmerzhaft - aber wenn man den vielen Internetberichten Glauben schenken darf - sind wir eh noch recht gut davongekommen. Wir wuerdens wahrscheinlich wieder machen.
Unsere Ankunft in Vientiane haben wir mit unseren 2 Mitreisenden abends noch mit ein paar wunderbaren Beer Lao und einem extrem guten Curry gefeiert - um 21 Uhr waren wir aber so bettreif, das wir nur noch in unsere Laken geflogen sind und einen angenehmen 10 Stunden Schlaf hingelegt haben.
Wenn wir auf Facebook waeren, koennten wir jetzt der Gruppe “I survived the bus from Hanoi to Vientiane” beitreten. Sind wir aber nicht - trotz allem freuen wir uns jetzt schon auf 2 Wochen Laos.
Bis bald,
Reini + Julia
Schlaflos in der Halong Bay…
Nach ein paar erholsamen Tagen am Meer in Nah Thrang - ja, wir haben uns sehr gefreut, das liebe Meer wiederzusehen, gings am Mittwoch mit dem Flieger weiter in den Landesnorden nach Hanoi, der Hauptstadt Vietnams.
Mit einer beachtlichen Einwohnerzahl von ca. 6.3 Mio war unsere anfaengliche Motivation die Stadt zu erkunden, gleich mal gegen Null. In den engen Gassen tummelten sich Unmegen von Mopeds, und man musste aufpassen, dass man nicht unter die Raeder kommt. So dauerte es nicht lange, bis wir wieder in unser Guesthouse zurueckkehrten und das Sightseeing ausfallen haben lassen.
Nichts desto trotz mussten die naechsten Tage geplant werden. Nachdem unser Guesthouse einen recht vertrauensvollen Eindruck machte, haben wir dort gleich die naechsten sieben Tage in Form von Touren verbucht. Am Donnerstag morgen gings dann auf eine Drei-Tages-Tour Richtung Halong Bay, zuerst mit dem Minibus nach Halong City, und dann mit dem Schiff (Uebernachtung an Bord inklusive) in die Halong Bay Richtung Cat Ba Island. Die Halong Bay besteht aus mehr als 3000 Inseln in Form von Karstformationen, in dieser Anzahl einzigartig auf der Welt.
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Abgesehen davon, dass unzaehlige Boote auf einmal loslegen, wurden wir dennoch gleich mal positiv ueberrascht, als wir an Bord des Bootes gingen. Sehr gemuetliches, nettes Boot, der Tisch fuers Mittagessen schon gedeckt und sehr geraumige Schlafkabinen - da der Schlaf aufgrund diverser Busfahrten und Fluege in den letzten Tagen zu kurz kam, freuten wir uns schon auf die Nacht auf See, weil man bei dem leichten Schaukeln besonders gut schlaeft.
So stachen wir in See und machten den ersten Stop bei einer Hoehle. Hier wurden die Touristenmassen durchgekarrt und der ganze Event glich einem Almauftrieb. Die Hoehle war ganz ok, nichts was einen vom Hocker reisst, aber nett. Danach wurde es richtig gemuetlich, es gab keinen wirklichen Programmpunkt mehr (ausser das Abendessen). So sind wir gemuetlich durch Teile der Halong Bay geschippert und haben nichts getan, als vom Liegestuhl aus die unzaehligen Karstformationen zu beobachten und an uns vorbeiziehen zu lassen. Gute Fotos zu machen war aufgrund des tristen Novemberwetters nicht ganz einfach.
Nach der grossen Vorfreude aufs Schlafengehen, kam dann die grosse Ernuechterung. Unsere Koje war naeimlich genau neben der Koje, in der der Stromgenerator ganze Arbeit leistete. Angefuehlt hat sich das ungefaehr so, als wuerden wir mit dem Generator im selben Raum schlafen, nicht nur laut, das ganze Bett hat gewackelt. Nach kurzer Vorsprache beim Kaptain, wurde uns gesagt, der Generator wird um 11 abgeschalten, wurde er natuerlich nicht. So packten wir Decke und Polster und haben die Nacht an Deck am Liegestuhl verbracht, was uns jetzt nicht grade einen seligen Schlaf bescherte.
Dementsprechend starteten wir leicht geraedert um 6:00 morgens in den zweiten Tag, wo wir eine Stunde mit dem Kajak unterwegs waren und einen Endruck davon bekamen, wie die Menschen in den Floating Villages leben. Es ist wirklich unglaublich, in den kleinen schwimmenden Haeusern leben Katze (ja, ich war ganz ueberrascht als ich ein miauen hoerte), Hund aber auf dem engen Raum leben Katze, Hund und Mensch
Am Nachmittag sind wir dann auf eine groessere Insel gefahren - Cat Ba Island. Dort stand eine kurze aber knackige Wanderung am Programm die zu einem Aussichtspunkt fuehrte. Da das Wetter aber wie bei uns normalerweise im November war, haben wir ausser Nebel nicht viel gesehen. Den Rest des Tages hatten wir zur freien Verfuegung, wir nutzten die Zeit, auf der Insel herumzuspazieren und haben auch ein paar nette Straende entdeckt.
Die Halong Bay hat uns sehr gut gefallen und wir haben die Ruhe dort (mal vom Generatorenlaerm abgesehen) sehr genossen.
Mittlerweile sind wir fuer einen kurzen Zwischenstop in Hanoi, allerdings nur paar Stunden, dann gehts weiter mit dem Nachtzug nach Sapa zum Trekken.
Liebe Gruesse und bis bald,
Julia und Reini.
Zebras, Karaoke und Floating Bars
In Vietnam gibt es ja so einiges, was der westliche Tourist nicht nachvollziehen kann. Das faengt an beim Verkehr, geht ueber Essensgewohnheiten und endet bei der Koerperpflege. Eigentlich ist hier so vieles anders, das man gar nicht weiss, wo man anfangen soll - aber andere Laender, andere Sitten!
Was uns aber wirklich immer wieder ueberrascht ist der Hang der Vietnamesen zu Skurillitaeten und Kitsch. Ein besonderer Highlight war sicher unser 2-taegiger Aufenthalt in Dalat - einer kleinen Stadt in den Bergen zirka 300 km von HCMC entfernt. Bei unserem Motorradausflug haben wir hier unter anderem den Langbiang-Moutain besucht. Hier kann man gemuetlich auf Gipfel ueber 2000m Hoehe spazieren. Die Vietnamesen lassen sich aber lieber mit dem Jeep raufbringen und sich dann oben mit als Cowboys verkleideten Einheimischen und Pferden fotografieren. Unsereins hat ja eher die schoene Aussicht genossen. Aber Pferde duerfen hier nicht nur Pferde sein, sondern - der Hoehepunkt an Skurrilitaet - werden schon mal auch mit ein paar Streifen versehen. So hat man die einzigartige Moeglichkeit in den vietnamesischen Bergen Zebras zu fotografieren.
Auch in Dalat steht das Crazy House. Ein architektonisches Meisterwerk, dass eine Mischung aus Hundertwasser meets Gaudi meets Geisterbahn ist. In diesem Haus kann man auch wohnen und die Zimmer sind thematisch angeordnet - so gibt es den Spinnenraum mit Spinnweben dekoriert, oder den Adlerraum mit einer riesigen Adlerskulptur. Alles in allem ganz schoen crazy - und eine gelungene Abwechslung zu den sonstigen Bauten in Vietnam.
Nach Dalat gings dann nach Nha Trang ans Meer. Eigentlich arg - jetzt sind wir schon einen Monat in Suedostasien und das erste Mal am Meer. Der Strand in Nha Trang ist nichts besonderes, so haben wir am zweiten Tag einen Bootsausflug gemacht. Auch dieser war wieder an skurrilen Gegebenheiten kaum zu ueberbieten. Auf das ersten Insel gabs ein Aquarium - das Gebaeude in Form eines Piratenbootes - in dem die echten Fische in Miniaquarien eingezwaengt waren. Da freut sich der Tierliebhaber. Aber richtig los gings dann erst nach dem Mittagessen und dem Schnorcheln im grauen, tristen Meer. Karaoke war angesagt - die Schiffscrew wurde zur Band umfunktioniert und alle Vietnamesen an Bord waren voll Eifer bei ihrer Lieblingsfreizeitbeschaeftigung dem Karaoke-Singen. Da wurde getanzt an Bord und aus voller Kehle falsch gesungen. Wir sind schnell ans Oberdeck gefluechtet, sonst haetten wir auch ein Staendchen zum Besten geben muessen. Danach gabs noch “Fuckingshithousewine for free” von unserem schon sehr angeheiterten Kapitaen, der sich als lebende “Floating Bar” mit Schwimmreifen und Styroporbar ins Meer geschmissen hat. Da waren auch alle “Westler” an Bord wieder dabei - der Wein selbst schmeckt ja ein bisserl wie Portwein mit Schaedelwehgarantie - und hat auch ganze 16 Prozent Alkohol.
Ach ja, skurril finden nicht nur wir hier vieles in Vietnam, sondern auch die Vietnamesen uns. Begeistert von meiner Groesse und scheinbar auch von Julias Erscheinungsbild muessen wir hier immer wieder als beliebtes Fotomotiv herhalten.
Nach soviel Tralala sind wir nach zwei Tagen Meer nun weiter nach Hanoi und freuen uns euch in Kuerze von unseren dortigen Ausfluegen berichten zu koennen.
Liebe Gruesse
Reini + Julia
Busy, busy, busy
Wie schnell doch die Zeit vergeht - waren wir vor kurzem noch in Kambodscha, so sind wir nun schon fast wieder eine Woche in Vietnam. …und hier scheint die Zeit gleich noch schneller zu vergehen - denn hier ist alles busy.
Die meist zweispurigen Strassen sind von Motorraedern, Autos und Bussen uebersaet - was auch hier Busfahren zum echten Abenteuer macht. Aber auch das Strassen ueberqueren ist in Ho Chi Minh City (ehemaliges Saigon - jetzt kurz HCMC) ein echtes Abenteuer und kostet - bis man den Dreh einmal heraus hat - einiges an Ueberwindung. Aber irgendwie schmiegen sich die unzaehligen Motorraeder schon um einen rum - solange man nicht ruckartig stehen bleibt, ist alles in Ordnung.
HCMC (wie wir Insider jetzt sagen) ist sowieso der Inbegriff von busy. Mit ueber 6 Millionen Einwohnern ist HCMC die Stadt, die niemals schlaeft - uns aber trotz allem sehr sympathisch war. Hier haben wir uns zwei Tage von unserem Ausflug im Mekong-Delta erholt.
Unsere Tour im Mekong-Delta von Phnom Penh aus - ist eine eigene Geschichte. Einerseits busy - denn Aufstehen mussten wir jeden Tag um 6:30 Uhr - andererseits ein einziges Chaos, da miserabel organisiert. Staendig wechselnde Tourguides, Busse und irgendwie niemanden der so richtig einen Plan hat, machten das ganze auch nicht leichter. Die Fahrten am Fluss mit Booten (wovon 2 von 3 den Geist aufgegeben haben) waren im Vergleich zu den Busfahrten noch interessant und entspannend. Der Highlight der Tour war aber sicher unser Homestay bei einer Familie im Mekong-Delta, da es dort erstmals schoen ruhig war, die Familie sehr nett war und wir herrlich gutes Essen bekommen haben.
Nach Mekong-Delta und HCMC haben wir gestern noch einen Kurzabstecher in den Cat Tien Nationalpark gemacht - dieser hat uns aber nach hohen Erwartungen im Khao Yai Nationalpark enttaeuscht. Nicht nur das die Tiersichtungen sich in Grenzen gehalten haben, auch die Parkangestellten waren alles andere als motiviert und hilfsbereit. Das einzig Wichtige war, dass man ja genug Geld da laesst.
A propos Geld - das ist auch so eine Sache in Vietnam. Generell wird man als “Westler” von jedem Vietnamesen als wandelnde Brieftasche betrachtet (unsere netten Hotels, die wir uebers Internet aussuchen mal ausgenommen). Das heisst im Klartext man bekommt ueberall erstmals einen voellig ueberteuerten Preis angeboten, den man dann muehselig herunterhandeln muss. Wir sind das ja von Taxis, TUK TUKs und Ramschmaerkten in Thailand gewohnt, aber hier wird dieser Volkssport “Touristen ausnehmen” auch in Restaurants, jedem x-beliebigen Geschaeft und eben sogar im Nationalpark betrieben. Der Highlight war sicher ein Snickers-Riegel fuer den ich am ersten Tag (ohne mich mit den vielen Nullen auf den Scheinen auszukennen) sicher mal das 3-4fache in einem Geschaeft bezahlt habe. Aber Verhandeln und ein paar Luegen gehoeren nun auch schon zu unserem Repertoire und so reist sichs ganz gut in Vietnam.
Schoene Gruesse aus dem verregneten Dalat
Reini + Julia
Licht und Schatten in Phnom Penh
Die zweite Station unserer - zugegebenermassen etwas kurzen - Reise durch Kamboscha war Phnom Penh - die Hauptstadt. Hier ist es gleich nicht mehr so touristisch wie in Siem Reap umso mehr ist man als Tourist ein sehr gefragtes Gut. Ich hab mir nach ein paar Stunden Stadtspaziergang schon ueberlegt ein Schild “Thank you. No TUK TUK. No drugs. No sex. No dollar for you. No books. Etc” umzuhaengen - bei der Hartnaeckigkeit mit denen die Kambodschaner hier einem die Dinge anbieten, haette das wahrscheinlich auch nichts geholfen.
Nicht unerwaehnt bleiben darf auch die Busfahrt von Siem Reap nach Phnom Penh. 5 Stunden im Doppeldeckerbus - da lernt man einiges ueber kambodschanische Verkehrsregeln. Die gibt es naemlich nicht - es gilt das Recht des Staerkeren (und das war nunmal unser Bus). Mit Hupe und Lichthupe wird hier durch Moped-, Radfahrer-, Fussgaenger- und Tieransammlungen, die teilweise an die Grazer Hauptstrasse am Adventsamstag erinnern, einfach durchgebraust. Ein echtes Wunder, das hier alle ueberleben - aber scheinbar ist das normal so. Genauso normal wie das Menschen ohne Sicherung auf Busdaechern sitzen, dass geschaetzte 5-6 Personen auf ein max. 2 Personen-Motorrad passen und das es LKWs gibt, die geschaetzte 50 Personen, 10 Kuehe, 2 Mopeds und 15 Fahrraeder aufgeladen haben.
Zurueck aber nach Phnom Penh - hier haben wir den heutigen Tag damit verbracht, etwas mehr ueber den extrem traurigen Teil der Geschichte von Kambodscha - die Zeit der roten Khmer vor rund 30 Jahren - verbracht. Auf den Killing Fiels - einem harmlos wirkenden Feld 15 km von Phnom Penh entfernt - wurden unzaehlige Menschen brutalst hingerichtet. Insgesamt wurde rund 1/4 der Bevoelkerung zwischen 1977-1979 vom Regime der roten Khmer ausgeloescht. Das ist auch der Grund warum der Altersdurchschnitt in Kambodscha nur knapp ueber 20 Jahren liegt. Auch das Tuoi Sleng Museum schreibt eine traurige Geschichte - die ehemalige High School wurde von den Leuten um Pol Pot als Folterkammer und Hinrichtungslager umfunktioniert.
Im krassen Gegensatz dazu stehen die anderen Sehenswuerdigkeiten in Phnom Penh. Der Royal Palace strotzt vor Reichtum, Gold und Silber und konnte unsere Gemueter ganz und gar nicht mehr aufhellen. Man ist fast angewiedert wie die Spendentoepfe in den Tempeln uebergehen, waehrend des Rest des Landes bitterarm ist (und auch ein wenig darueber veraergert, dass der Eintrittspreis innerhalb eines Jahres von US$3 auf US$ 6,25 pro Person erhoeht wurde).
Etwas Ablenkung haben wir uns dann am Boeng Kak Lake geholt, wo wir beim abendlichen Wahnsinnssonnenuntergang 1-2 gemuetliche Bier getrunken haben.
Morgen geht es weiter nach Vietnam ueber den Mekong - wir sind schon gespannt, welcher unglaubliche Luxus uns bei unserer fix und fertig gebuchten Tour fuer heisse Euro 35,- fuer 3 Tage erwartet. Das kann spannend werden:).
Bis demnaechst,
Reini & Julia








